Geschichten

Wir sind überzeugt: Es braucht neue Bilder und Wege, um Aufmerksamkeit auf die prekäre Lage von Frauen in der Textilindustrie im Globalen Süden zu lenken und hiesige Konsument*innen zum Umdenken im Umgang mit Mode zu bewegen. Und Menschen erreicht man nun mal am besten mit Geschichten. Geschichten von T-Shirts, Geschichten von Menschen, Geschichten von Menschen mit ihren T-Shirts.


Unser Ziel: vom Wegwerfen zur Wertschätzung für Mensch und Material.

Deshalb gestalten Künstler*innen, Kreative und Designer*innen aus einem eigenen T-Shirt ein Kunstwerk: für die künstlerische Geschichte. Und wir Follower*innen treten mit einem Selfie im Lieblings-T-Shirt auf Social Media in den Dialog mit der unbekannten Näherin: für die persönliche Geschichte.

Um diese Geschichten zu erzählen und zu mehr Wertschätzung zu gelangen, eröffnet uns die Kampagne #EINTSHIRTZUMLEBEN über die Kunst einen neuen Themen- und Wirkungskreis. Hier steht das T-Shirt als Wertstoff im Mittelpunkt. 

Getragen wurde die Kampagne über den gesamten Zeitraum durch eine breite Mitmachaktion in den Sozialen Medien.

Hintergrund

Mode wird immer schnelllebiger. Das geht zu Lasten von Umwelt, Mensch und Ressourcen. Wir brauchen daher dringend einen kritischeren Modekonsum. Die Kampagne #eintshirtzumleben will genau das erreichen: Vom Wegwerfen zur Wertschätzung für Mensch und Material. Der Wert von Mode soll uns wieder bewusster werden. Denn während Näher*innen im Globalen Süden kaum von ihrer Arbeit leben können, wachsen die Müllberge durch ungetragene Textilien.

Unfaire Arbeitsbedingungen

Die Modeindustrie zeigt seit der Corona-Pandemie das ganze Ausmaß ihrer hässlichen Seite. So belegen Daten des "Fashion Checker" vom Oktober 2021, dass keines der untersuchten Modeunternehmen garantiert, den Arbeiter*innen in seiner Lieferkette auch während der Pandemie denselben Lohn auszubezahlen wie zuvor - geschweige denn einen existenzsichernden Lohn.

Zudem weisen die Daten eine Kluft zwischen einem existenzsichernden Lohn und den tatsächlich gezahlten Löhnen in den Fabriken aus. So wurden Arbeitnehmer*innen in Kambodscha während des landesweiten Lockdowns im April und Mai 2020 geschätzte 109 Millionen US-Dollar an Löhnen vorenthalten. Die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign, CCC) schätzt, dass sich weltweit von März 2020 bis März 2021 Schulden gegenüber den Arbeiterinnen in Höhe von mindestens 10 Milliarden Euro angesammelt haben.

Dem wollen wir mit der Kampagne etwas entgegensetzen.

Wertschätzung
für das Material

19 Künstler*innen spendeten uns eigens erstellte Kunstwerke rund um T-Shirts aus ihrem privaten Kleiderschrank. Sie veredelten ein T-Shirt mit der höchsten Form des Upcyclings und betonen so seinen hohen materiellen und ideellen Wert.

Ausstellung

Die gespendeten Kunstwerke präsentieren wir seit 1. März in einer Onlinegalerie und fairlosten sie am 24. April 2022 – dem Jahrestag des Einsturzes der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch. Die Ziehung fand mit großem Rahmenprogramm im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum statt und wurde ins Netz gestreamt.

Die Los-Chance

Diese FAIRlosung hatte eine Besonderheit: Ein Los bekamen alle, die ein altes T-Shirt upcycelten und bis 15. April Foto & Beschreibung in unsere Upcycling-Galerie hochluden.

Wertschätzung
für die Menschen

Dafür sollen Näherinnen im sog. Globalen Süden sichtbar werden. Wer sind diese Personen? Was treibt sie an und um?
In kurzen Statements stellen sie sich vor, und in den Sozialen Medien laden wir zum Dialog ein. So bringen wir beide Enden der Lieferkette zusammen und zeigen, dass ein T-Shirt immer auch ein Stück gereiste Verbindung ist.

Kurz: Was wir wollen:

  1. einmalige Kunstwerke präsentieren als politisches Statement zum Thema Slow Fashion
  2. mehr Wertschätzung für das Material: das T-Shirt als Wertstoff, als Lebensbegleiter.
  3. mehr Wertschätzung für die Menschen: das T-Shirt als wertvolles Produkt, als Lebensgrundlage.
  4. einen Dialog zwischen Produzent*innen am Anfang und Konsument*innen am Ende der Lieferkette.
  5. viele spannende, berührende, lustige Geschichten von Menschen und T-Shirts.
  6. einen bewussteren Modekonsum und ein kritisches Neudenken.
Newsletter bestellen